Tag 17 – Schon wieder früh aufstehen – aber es lohnt sich. Arches NP!

Mein Wecker klingelt um 6.40 Uhr, der von Tim fünf Minuten später. Super! Warum wollen wir gleich nochmal in den Arches National Park? Soll ich für einen Haufen Steine wirklich so früh aufstehen? Was trinken, anziehen, aufstehen. Losfahren. Die Mädels pennen hinten weiter, so halb, Fanny grinst alle Nase lang bei uns rein.

Tim und Mieke am NP raus geworfen, mit Fanny und Lara zur Tankstelle weiter, tanken und Eis kaufen. Die erste hat noch zu, also weiter zur nächsten, in Moab, ein toller kleiner Ort zwischen den roten Bergen, direkt am Fluss. Hierher komm ich vielleicht mal wieder. Wieder am NP angekommen ist Tim recht sauer, denkt, wir haben zum tanken mehr als eine Stunde gebraucht… Er soll nicht rumheulen.

16 Meilen tief im NP ist der Campground versteckt, Devil’s Garden genannt. Tim sieht seinen ersten Ar(s)ch, hat bei der Fahrt nicht aufgepasst, ich hatte zu dem Zeitpunkt schon drei gesehen. Der Campingplatz ist sehr hübsch, es gibt auch noch ein paar Smilies zu sehen.

Ich mach Pause bis halb vier oder so, liege hinten im RV und schwitze mir einen ab, versuche zu schlafen. Gelingt so halb, ist ein bisschen zu warm. Die anderen sitzen vor der Tür im Schatten und lesen, glaub ich, war ja nicht dabei.

Gegen vier latschen die anderen los, ein paar Berge anschauen, ich wünsche mir, dass sie einen Berglöwen mitbringen. Haben sie aber nicht. Alles Faulpelze.

Um viertel nach sechs fahren wir los zum Delicate Arch, da den Sonnenuntergang anschauen. Lara hat auf dem Hinweg angst, dass alle Plätze schon vergeben sind, wenn wir ankommen. Auf dem Parkplatz für „Oversized Vehicles“ stehen zwei Wohnmobile, dafür aber zehn normalgroße Jeeps. Die Amis ein bisschen eingeparkt und gehofft, dass sie von allein nicht mehr raus kommen. Hat leider nicht funktioniert, waren wohl alles Ausländer und keine Amis.

Egal, wir laufen trotz Parkproblemen los. 1.5 Meilen lang soll der Weg sein, uns kommen viele Wanderer entgegen, die ausgerüstet sind als handle es sich um eine mehrtägige Wanderung. Aber vielleicht tue ich ihnen auch unrecht und sie sind wirklich schon eine Weile unterwegs. Soll es ja auch geben in diesem Land. Wir liefen meist bergauf, immer bergauf. Irgendwann fragte mich Tim, wo der Bogen denn jetzt stehen soll, so langsam müssten wir ihn doch sehen können. Schon eine Weile führte der Weg an einem Berg entlang in die Höhe, ich wähnte den Bogen zu meiner linken, rechts war ja der Berg. Die Augen nach links gerichtet schritt ich um eine Ecke und blieb unwillkürlich stehen. Da stand er, hatte sich ganz heimlich herangeschlichen, der Ar(s)ch. Geil! Ein Amphitheater aus rotem Sandstein, in dessen Mittelpunkt er steht. Eine Atmosphäre wie in der AWD Arena vor Anpfiff, überall wird gegessen, geschwatzt und wie besessen photographiert. Höhenangst darf man hier nicht haben, zu allen Seiten geht es mehrere hundert Meter steil bergab in gelb-grün-rote Täler, inzwischen golden angeleuchtet von der im Hintergrund untergehenden Sonne. Hier zu Abend essen, das Amphitheater, den Bogen, hunderte Menschen und die Berge und Täler des NP zu unseren Füßen, ein unglaubliches Gefühl überkommt mich. Was geht mich der Rest der Welt an, ich wäre ein zufriedener Ranger. Zurück bleibt das Gefühl, dass weder Photos noch die Erinnerung diesem Moment gerecht werden können.

Alle Eumel wollen ein Photo von sich im Steinbogen haben, alle anderen, die den Bogen ohne Touris ablichten wollen, brüllen lautstarken Protest. Fanny will wieder ein Sprungphoto machen, keiner protestiert, hinterher klatschen alle Beifall. Ich will nicht wissen, wie viele Fremde inzwischen Bilder von Fanny gemacht haben…

Auf dem Rückweg blinken auf dem Parkplatz mehr Lichter als nötig wäre, wir wundern uns, ob jemand unseren RV gerammt hat. Tim rennt vor, ist aber leider nichts passiert, ein Bus stand falsch herum auf dem Parkplatz, wir fragen lieber nicht warum.

Schnell zurück in des Teufels Garten, ich bin schon wieder müde. Sind wir nicht alle ein bisschen Lonas?

– Mo

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